Oh mein Gott!!!!

Ich möchte euch heute eine kleine Geschichte erzählen:

Es war einmal ein junger Mann, der gerne schrieb. Ideen hatte er auch genug, weswegen er beschloss, kleine Geschichten, Gedichte oder Essays auf Papier zu tippen und sie in verschiedenen Orten der Stadt aufzuhängen. Das gefiel ihm sehr gut, denn so konnte er all seine Ideen zu verschiedenen Themen niederschreiben und sie ordneten sich damit auch in seinem Kopf. Er fand gut was er schrieb. Manchmal war es ihm nach Witzigem, manchmal nach Ernstem, dann nach Ironie oder Sarkasmus. Jede Woche ging er los mit einem Papier, lies es in einem Copy-Shop kopieren und verbrachte diese Stunden nach seinem Feierabend damit, sein Niedergeschriebenes in seiner Stadt zu verteilen. Seine Freunde fanden seine Storys äußerst lesenswert, auch andere Menschen kannten den jungen Mann mit der Zeit und fragten schon bei ihm direkt nach seinen Geschichten, die er ihnen gerne mitgab. Doch irgendwann kam jemand an ihn heran, der meinte, dass es doch sehr ordinär wäre, seine Gedanken einem breiten Publikum zur Verfügung zu stellen und das er „so etwas“ nie tun würde. Das machte den jungen Mann nachdenklich, denn vielleicht war diese kritische Stimme die einzige, die wirklich die ungeschönte Wahrheit sagte und sich nicht zu schade war, ehrlich zu sein. Der junge Mann lies sich durch diese eine Stimme also tatsächlich beeinflussen und hörte auf zu schreiben. Tagelang, wochenlang. Er schrieb nichts. Irgendwann sah er den Mann wieder, der ihm diese Wahrheit ins Ohr säuselte. Er saß in einem Café. Es war Sommer, der Mann saß draußen auf der Veranda und unser junger Mann saß sich ein bisschen Abseits dazu, um ihn zu beobachten, um aus ihm zu lernen. Denn je mehr er darüber nachdachte was dieser Mann gesagt hatte, desto mehr kam er zu dem Entschluss, dass er doch recht hätte. Er sah also zu, wie sich der Mann einen Kaffee bestellte und Zeitung las. Eine sehr lange Zeit. Und als der Kaffee leer war, bestellte er einen neuen. Und dann nochmal einen. Irgendwann bezahlte er, stand auf und ging. Unser junger Mann ging hinterher. Die Straße entlang, rechts, wieder gerade aus, links. Irgendwann stand der Mann vor einem Haus, für das er einen Schlüssel hatte. Er steckte diesen in das Schloss der Türe und ging hinein. Alleine. Das machte unseren jungen Mann schon ein bisschen nachdenklich, denn alleine auf dem Weg hier her, ist der Mann nicht ein Mal von netten Menschen angesprochen worden. Niemand wollte etwas von ihm wissen und er selbst wirkte auch nicht gerade glücklich. Und glücklich war dieser Mann tatsächlich nicht. Zu Hause angekommen, setzte er sich in einen Sessel. Und er blieb dort. Während unser junger Mann darüber nachdachte, dass er vor ein paar Tagen noch um diese Uhrzeit eine Geschichte schrieb und wie viel Spass er dabei hatte, überkam ihn zum ersten Mal das Gefühl, dass nicht dieser Mann auf dem Sessel, sondern er recht gehabt hatte. Schließlich war sein Leben bisher von Freude erfüllt. Ja, er war zufrieden. Und wer kann das schon von sich behaupten? Er tat wozu er Lust hatte. Und jetzt erst recht. Er fing wieder an mit dem Schreiben und hatte mehr Spass als jemals zuvor. Ab und zu ging noch an dem Haus des Mannes vorbei, doch da tat sich nicht viel. Kritisiert hatte er ihn, doch glücklicher war er deswegen nicht geworden. Unser junger Mann hingegen wurde nicht glücklich, er war es schon seit je her.

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