Meine kleine Welt

Wenn jemand einen Blog hat, dann kann man davon ausgehen, dass er auch schon gerne schrieb, bevor er seine Zeilen dem Internet anvertraute. So geht es zumindest mir und ich oute mich selbstlos: Ich schreibe gerne. Auch ohne Internet. Deswegen liegen sehr viele Kurzgeschichten und Romane auf meinem Laptop „rum“, die darauf warten, gelesen zu werden. Das Problem ist nur: Meistens macht das Schreiben mehr Spass, als sich darum zu kümmern, dass das Geschriebene auch gelesen wird. Um diesem Phänomen entgegen zu wirken, habe ich beschlossen, ein paar Kurzgeschichten und auch Gedichte nach und nach in meinen Blog zu stellen- auch wenn ich nicht weiß ob sich jemand den Spass gibt, sie durchzulesen. Das hoffe ich jedoch sehr. Aus diesem Grund darf ich präsentieren: Die Geschichte von Edmund! Davor sei jedoch eins noch gesagt: Es soll Menschen geben die mich kennen und lesen was ich schreibe. Es gibt auch Menschen, die lesen gerne mehr, als in meinen Geschichten steht. Ein Mord oder eine Gedanke, der in diesen drinsteht, bedeutet nicht automatisch das ich jenen Mord oder jenen Gedanke auch ausgführt habe. Schreiben ist wie Schauspielerrei: Man lebt sich in das rein was man tut, ohne der zu sein den man darstellt. Nun aber genug geschrieben. Viel Spass mit meiner Geschichte!

Edmund sitzt in seinem Sessel und starrt die Wand an. Der Sessel ist alt. Schon Vierzig Jahre. Edmund´s Vater hatte ihn schon. Vierzig Jahre ist eine Menge. Deswegen stinkt der Sessel auch ein wenig aber Emdund will ihn nicht weg schmeißen. Entfernen – wie es heute heißt. Er ist auch sehr bequem. Nur bringt es Edmung nicht viel weil er keinen Grund hat darin platz zu nehmen. Den Fernsehr hatten sie ihm letzte Woche „entfernt“. Dabei macht sich die Frage auf, warum das Ding eigentlich Fernsehr heißt. Vielleicht weil man aus der Ferne sieht? Das vewirrt Edmund aber. Wenn er das Gerät einschaltet dann sieht er gar nicht fern sondern ganz nah. Um ihm herum tanzen halbnackte Tänzerinen oder ballern sich Actionhelden die Köpfe weg. Das liegt daran das Edmund in der Zukunft lebt. Wenn er aber Filme von früher anschaut, von damals, wo die Autos noch mit fossilen Brennstoffen angetrieben wurden, dann wünscht er sich, lieber in der Vergangenheit zu leben. Hier hat er kein schönes Leben. Das liegt daran das die Menschen in der Zukunft nicht mehr arbeiten müssen. Der eine oder andere mag sich vielleicht jetzt denken das sich das doch gar nicht so schlecht anhört. Das macht es allerdings nur auf den ersten Blick. Den hinter diesem Schein verbirgt sich eine absolut unmenschliche Welt. Im wahrsten Sinne des Wortes. Alle Arbeit, bis auf ein paar Ausnahmen, werden von Maschinen durchgeführt. Alle Arbeit die man sich so vorstellen kann. Edmund Ururgroßvater hatte noch KFZ-Mechaniker gelernt. Ein Beruf den es jetzt nicht mehr gibt. Oder besser gesagt: Es gibt ihn natürlich schon noch weil ja hier in der Zukunft auch Autos gefahren werden. (Natürlich nur nicht mehr von Diesel der Benzin angetrieben da diese Rohstoffe schon lange vom Erdboden verschwunden sind.) Aber hier in der Zukunft lernt niemand mehr einen Beruf. Irgendwann sind die Regierungen der verschiedenen Länder auf die Idee gekommen, das der Mensch als Arbeiter zu langsam ist und zu viele Fehler macht. Deswegen wurde per Gesetzt entschieden da jeder Bürger über 18 Jahren einen Roboter haben muss der für ihn die Arbeit verrichtet.
Edmund hat solch einen Roboter. Aber letzte Woche hat er plötzlich Feuer gefangen. Edmund weiß nicht warum und eigentlich ist es den anderen, also der Regierung und seinem Arbeitgeber, auch egal. Es zählt nur, das Edmnund nun als Arbeiter ausfällt. Er prodziert nichts. Er liegt anderen auf der Tasche. Und genau aus diesem Grund sitzt er nun in seinem Sessel, der ihn an eine andere, bessere, Zeit erinnert. Er sitzt und starrt auf das Bild das er in seinen Händen hält. Darauf ist seine kleine Tochter zu sehen. Und seine Frau. Die hat vor Zwei Jahren verlassen weil sie sich ein zweites Kind gewünscht hat. Aber Edmund kann nichts dafür das all die Lebensmittel die er isst und all die Klamotten die er trägt und die Luft die er einatmet, chemisch so verändert worden sind, das er jetzt keine Kinder mehr zeugen kann. Deswegen hat ihn nicht nur seine Frau verlassen.Auch einige seiner Rechte musste er abgeben weil er als unfruchtbarer Mann rechtlich gesehen als ein Mensch zweiter Klasse gilt. Seine Frau hat jetzt einen anderen. Einen der gleich drei Roboter aufeinmal hat. Und vier Kinder. Warum man überhaupt noch Kinder zeugen soll ist Emdmund unklar. Sie wurden doch sowieso nur dasitzen und nichts machen. So wie er. Aber er ist froh das er noch seinen Sessel hat. Darüber das er aber mit niemanden reden. Denn die Gesundheitsbehörde wurde ihn gleich beschlagnahmen. Es könnten Viren oder Bakterien daran haften. Denn Bakterieren oder Viren gibt es in Edmund´s Welt nicht. Deswegen gibt es auch kein HIV mehr. Oder Schnupfen. Aber er wäre froh darüber wenn er einen Schnupfen hätte. Oder eine Erkältung. Dann würde einmal etwas passieren. Und er wurde nicht nur in seinem Sessel sitzen müssen. Deswegen atmted Edmund auch die Luft um ihn herum ganz tief ein. Vielleicht will er auch sterben, so ganz ist das nicht klar. Aber darüber muss er sich sowieso keine Sorgen machen. Wenn das so weiter geht, und das wird es, dann wird ihn bald die Polizei holen und „entfernen.“ Ganz einfach deswegen weil sein Roboter nicht mehr funktioniert. Edmund leistet seinen Teil zur Gesellschaft nicht mehr. Aber von Gesellschaft kann man sowieso nicht mehr reden. Das öffentliche Leben wurde stark eingeschränkt. Wenn man seinen Haus verlassen möchte, dann nur zwischen 7 Uhr morgens und 16 Uhr nachmittags. Davor und dannach gilt es als strengstens verboten. Edmund hat sich daran gewöhnt und fragt nicht nach dem Sinn. Wurde er das, dann würde er erfahren das zwischen Sieben und Sechzehn Uhr die Polizei dienst hat und der Staat nur in dieser Zeit die Sicherheit für seine Bürger garantieren kann. Und die geht natürlich vor. Und warum nicht es keine Polizei die auch vor Sieben oder nach Sechszehn Uhr Dienst hat? Weil der Staat sparen muss. Und auserdem macht es keinen Sinn nach drausen zu gehen. Die Lebensmittel werden natürlich direkt in die Küche geliefert ohne das man irgendtwas dafür machen muss. Freunde oder Bekannte trifft man im Internet. Das jetzt übrigens nicht mehr auf einen kleinen Bildschirm beschränkt ist. Stattdessen ist die gesammte Wohnfläche eine Plattform für Smalltalk und Treffs. Wenn Edmund seinen Freund Egon treffen möchte (und das kann er nicht mehr lange denn auch Egon´s Roboter ist kaputt und da Egon sich keine Reperatur leisten kann wird er nächste Woche entfernt) dann beamt er sich einfach in dessen Wohnung. Er ist natürlich nicht wirklich in Egon´s Wohnung. Das würde das Gesundheitsamt gar nicht zulassen. Wegen den batieren und so. Vielmehr ist Edmunds Hologramm bei Egon. Und Egons Hologramm bei Edmund.
Jetzt überlegt Edmund in den Untergrund zu gehen. Das Geschäfft mit Milben und Keimen boomt gerade. Letzte Woche hat Edmund das auch mal ausprobiert. Dabei bekommt er ein Taschentuch von seinem Dealer. Das Taschentuch muss Edmund sich vor die Nase heben. Wenn er Glück hat und tief einatmtet dann hat er bald eine Erkältung. Aber diesmal hat es bei Edmund nicht geklappt. Das liegt vielleicht an den Vitamintabletten die jeder nehmen muss. Aber so eine Erkältung wäre einmal eine nette Abwechslung zum Alltag. Aber was wenn sie ausartet und nicht mehr weg gehen will? Ärzte gibt es nämlich keine mehr. Aber dann fällt Edmund ja ein das er sowieso bald entfernt wird. Vorallem als Mensch zweiter Klasser passiert das oft schnell. Hätte er doch wenigstens ein paar Kinder gezeugt. Dann könnte er sich als Zuchtbullen registrieren lassen und hätte nichts anderes zu tun als Kinder zu zeugen. Dieser Beruf ist jetzt eingeführt worden weil immer mehr Männer unfruchtbar geworden sind. Aber da Edmund in doppelter Hinsicht schlecht drann ist, gibt ist er gerade dabei seine Hoffnung auf zugeben. Das Wort Hoffnung kennt er auch erst seit kurzem. Er hat es extra nachschlagen müssen denn dieses Wort gibt es hier nicht. Genausowenig wie das Wort Angst. Denn nichts wird dem Zufall überlassen.

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