Romantisch, nicht war?

Und jetzt das Video mit folgendem Hintergrundwissen nochmal anschauen:

Kritik

Die Nutzung der Kernenergie zur Erzeugung von leketrischem Strom wird von der Anti-Atomkraft-Bewegung und darüber hinaus von den Grünen, der Linkspartei, mit Abstrichen der SPD sowie – je nach Umfrageergebnissen und ihrer Interpretation – von etwa der Hälfte der Bevölkerung abgelehnt. Die Kritiker sind der Auffassung, dass der Betrieb von Kernkraftwerken sowie deren Ver- und Entsorgung mit Kernbrennstoff unverantwortliche Sicherheitsrisiken bergen.

Bereits bei der Uranförderung werden hochgradig gesundheitsgefährdende radioaktive Stoffe wie Radon in großen Mengen freigesetzt. Die Geschichte des Uranbergbaus auf dem Gebiet der DDR z. B. habe nachweisbare Krebserkrankungen der Anlieger und Arbeiter zur Folge gehabt. Drei Viertel der Uranvorräte liegen unter indigenen Territorien und haben seit den vierziger Jahren auf allen Kontinenten indigene Kulturen zerstört. Strahlende Abraumhalden verseuchen Boden und Grundwasser. Haut- und Lungenkrebs, Leukämie und Missgeburten kennzeichnen die betroffenen Regionen [20]. Der mangelnde Schutz der anliegenden Bevölkerung vor diesen Gefahren stellt eine Verletzung von Menschenrechten dar. Diese Tatsachen werden häufig ignoriert, wenn die Atomenergie im Rahmen der Klimaschutzdebatte als „grüne“ und „nachhaltige“ Energie dargestellt wird. Hingegen wird von Kritikern oft vernachlässigt, dass die entstehenden Abfallprodukte, z.B. im Vergleich zum Kohlenstoffdioxidausstoß von Kohlekraftwerken, gut kontrollierbar sind.

Anlagen zur 235Uran-Anreicherung, wie die deutsche Urananreicherungsanlage Gronau, könnten auch zur Herstellung von Kernwaffen-fähigem Material, mit einem Anteil von 80 % 235U, verwendet werden. Der Betrieb von Kernkraftwerken sei unsicher, da eine Katastrophe wie im Kernkraftwerk Tschernobyl nicht auszuschließen sei und es auch sehr häufig – wenn auch meist nur kleinere – Störfälle gebe, bei denen teilweise Radioaktivität freigesetzt werde. Insbesondere die Folgen eines Auslegungsüberschreitenden Störfalls (Super-GAU) seien nicht verantwortbar, da ganze Regionen unbewohnbar würden.

Möglicherweise hat auch der Normalbetrieb von Kernkraftwerken Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit. Eine epidemiologische Studie im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz im Jahr 2007 zeigte eine signifikant erhöhte Leukämie-Rate bei Kindern in der Nähe (fünf Kilometer) von Kernkraftwerken.[21][22][23][24][25] Danach erkrankten von 1980-2003 im 5km-Umkreis um die Kernkraftwerke in Deutschland 37 Kinder neu an Leukämie – im statistischen Mittel wären es 17 Kinder gewesen. Über die Interpretation dieses Befundes herrscht keine Einigkeit. Während die Autoren der Studie der Auffassung sind, dass die von deutschen Kernkraftwerken im Normalbetrieb emittierte ionisierende Strahlung wegen der um ein vielfaches höheren natürlichen Strahlenbelastung nicht als Ursache in Betracht kommt[22], gelangt das externe Expertengremium des BfS zur KiKK-Studie zur Überzeugung, dass aufgrund des besonders hohen Strahlenrisikos für Kleinkinder sowie der unzureichenden Daten zu Emissionen von Leistungsreaktoren dieser Zusammenhang keinesfalls ausgeschlossen werden kann. [26]

Darüber hinaus wird die Entsorgung der hoch radioaktiven Brennelemente als ungesichert angesehen, da diese sehr hohe Halbwertszeiten haben (239Pu beispielsweise 24 000 Jahre). Der Transport in Castor- und anderen Behältern sei wegen möglicher Unfälle ebenfalls nicht sicher. Bei der Wiederaufarbeitung extrahiertes Plutonium könne zur Herstellung von Kernwaffen verwendet werden. Außerdem gebe es insbesondere aus der Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield viele Medienberichte, dass dort unkontrolliert Radioaktivität ausgetreten wäre und die benachbart wohnenden Familien mit einigen Fällen von darauf zurückzuführenden Leukämie-Erkrankungen ihrer Kinder und Senioren konfrontiert seien [27].

Aufgrund der hohen Halbwertszeit gehen Atomkraftgegner davon aus, dass der Zeitraum, in dem radioaktiver Abfall in einem Endlager aufbewahrt werden müsste, unüberschaubar sei und es deswegen kein sicheres Endlager geben könne.

Ein Terroranschlag auf ein Kernkraftwerk, z. B. gezielter Flugzeugabsturz – könne katastrophale Folgen haben. [28]

Deutsche Kernkraftwerke haben keine Haftpflichtversicherung für einen nicht beherrschbaren Störfall. Die Folgekosten eines solchen Super-GAUs müsste der Staat, d. h. der Steuerzahler, übernehmen. Der Preis für Atomstrom ist ohne diese Versicherung und weiterer externer Kosten nicht real, weil viel zu niedrig.

Das Wissen über Nutzung der Kernkraft erhöht auch die Gefahr eines u. a. terroristischen Einsatzes von Nuklearwaffen. Deutlich wird dies an der Problematik der Kernkraftnutzung im Iran und Nordkorea. John Large, ein führender Atomenergie-Experte Großbritanniens meint: Jedes zivile Nuklearprogramm eignet sich per se dazu, ein Waffenprogramm zu verbergen (…) In vielen Bereichen ist die militärische von der zivilen Nutzung kaum zu unterscheiden. Abdul Qadir Khan betrieb einen Schwarzhandel für Atomenergie.

Der Einsatz von Kernenergie zur Stromerzeugung senkt laut Verbraucherschützer den Strompreis für den Privatverbraucher praktisch nicht, da dadurch für den Bürger die monatlichen Stromkosten im Schnitt nur 50 Cent im Monat billiger würden (berechnet für Deutschland); dabei sind die vom Steuerzahler zu tragenden Zwischen- und zukünftig anfallenden Endlagerkosten noch nicht eingerechnet.

Im August 2009 veröffentlichte Greenpeace eine Studie mit dem Titel „Staatliche Förderungen der Atomenenergie“, die eine Gesamtsumme der realen Fördermittel von 164,7 Milliarden Euro für den Zeitraum 1950 bis 2008 ermittelte. Die von der Bundesregierung genannte Höhe der Subventionen betrug dagegen nur 200 Millionen Euro. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel begrüßte das Greenpeace-Gutachten und äußerte dazu: „Es kann nicht sein, dass die Gewinne aus der Atomenergie privatisiert und die Kosten für Schäden sozialisiert werden.“

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