Zu viel Text

Manchmal überkommen einen komische Ideen. Zum Beispiel die, eine dicke, überrergionale Tageszeitung zu kaufen. Ihr Anblick ist für mich wie Vanillepudding im Mund, wie das Gefühl recht zu haben, wie den den ersten Tag eines Urlaubes zu erleben. Einfach schön. Die Schwere des Papiers wenn man die Zeitung zum Auseinanderfalten hebt und das Knackgeräusch, wenn man die Seiten umblättert, befriedigen mich auf eine niveauvolle Weise, die sonst nur Erstklässern vorbehalten ist, die zum ersten Mal ihr Klassenzimmer betreten.

Doch es ist zu viel Text. Der Name des DIN-Formates müsste ich erst nachschlagen, um es zu wissen. Die Anzahl der Buchstaben pro Seite kann ich nur schätzen. Reden wir erst gar nicht von der Zeit die es brauchen würde, bis nur die Hälfte durchgelesen ist. Unvorstellbar. Glaubt man. In Wirklichkeit hat man die Zeit, doch wenn man den Laptop vor sich hat und einem das World Wide Web zur Verfügung steht: Wie soll man all der Information gerecht werden?

Wie kann ich mich einem Artikel widmen, wenn im Netz viel wichtigere Informationen, aktuelle Informationen, kürzere Informationen auf mich warten? Es klingt wie ein Witz, wenn ich darüber nachdenke, dass ich einen Text lesen soll, der einige Stunden alt ist und mich vor hundertzwanzig anderen, aktuelleren und kürzeren Texten abhält, die HEUTE mein Leben verändern können, weil ich zum richtigen Zeitpunkt die richtige Information parat habe.

Es ist wie ein Nichtschwimmer im Meer. Zu viele Informationen, deren Brisanz ich nicht einschätzen kann. Die Seele bleibt auf der Strecke, die nach weniger Informationshäppchen mit mehr Inhalt sucht. Doch die Sorge, etwas zu verpassen, die überwiegt und lässt jeden klaren Gedanken im Keim ersticken.

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