Was ist, wenns regnet?

Zugeben: Für die einen oder anderen mag dieser Blogeintrag nicht gerade zu den Glanzleistungen gehören, die es in diesem Weblog vielleicht geben mag. Eine neue Höchstleistung zu erreichen war aber auch nicht meine Bestrebung, als ich dieses Fahrrad gesehen habe. Ich wollte einfach nur ein Foto machen und mich darüber auslassen, wie verrückt, bescheuert und interessant dieser Bau aussieht und welche Verwunderung ich diesem Tacho schenke, der analog vor sich hinfunktioniert.

Es ist mir zu Ohren gekommen das in Ulm gerade vermehrt Fahrräder gestohlen werden. Vielleicht, weil die Kluft zwischen Arm und Reich auseinanderklafft, vielleicht Sarrazin recht hat, vielleicht weil die Erziehung der Eltern nichts mehr bringt, vielleicht weil öffentliche Verkehrsmittel zu teuer sind und Zigaretten mittlerweile auch zu viel kosten, oder weil ohne Führerschein zwar kein Auto mehr gefahren werden darf, aber ein Fahrrad.

Vielleicht aber auch, und diesen Grund finde ich viel einleuchtender als alle vorangegangen, weil sich nicht nur niemand mehr um andere Menschen kümmert, nein, weil einfach auch das Gefühl für den anderen fehlt. Es scheint mir vermehrt so, als würde jeder einfach nur seine Sache machen und sich versuchen durchs Leben zu schlängeln, ohne sich der Tatsache bewusst zu sein, dass es auch Spass machen kann, nach Prinzipien zu leben, die einen zuerst (!!!) nicht weiterbringen. Stattdessen hören sie laut und bis um fünf Uhr morgens Musik, um sich anschließend zu verprügeln. Ein Gruß geht an dieser Stelle an die Nachbarn, die wahrscheinlich bis auf Arbeitslosigkeit, dummen Geschwätz und sehr sehr dummen Sprüchen nichts in ihrem Leben erreicht haben. Nichteinmal die gelben Säcke können sie wenigstens einmal ordnungsgemäß raus stellen, damit der Schimmel nicht die Überhand gewinnt. Da lobe ich mir doch den Film „Falling down„, den ich gerne mal zitiere, wenn mich jemand fragt wie es mir geht, ohne mir in die Augen zu schauen.

Bin ich gefrustet? Nein. Es ist vielmehr der Versuch das heisse Eisen so zu formen wie ich es gerne hätte. Doch dabei -Achtung, jetzt wirds bildlich- verbrennt man sich leider oft die Finger. Wenn man zum Beispiel eine Buchkritik schreibt über ein Buch, dessen Gedichte wirken wie … durch den Mixer gejagt in der Hoffnung, dass es die Leser für Gold halten und einen hochleben lassen, dann mag ich zwar ein Hassobjekt sein, doch ich bin es gerne, wenn ich viele Menschen davor bewahrt habe, dieses Buch zu kaufen. Schließlich muss ich auch damit leben wenn jemand diesen Artikel bemängelt und sagt „Du machst aber viele Rechtschreibfehler hier rein“. Ja. Er hat recht. Aber ich sitz doch nicht da und suche die Fehler in meinem Geschreibe, nur damit jeder noch so intellektuelle Mensch keinen Grund mehr hat zu jammern. Dieser Mensch hat einfach nicht verstanden worum es hier geht! Es geht im Inhalt! Was hat das mit diesem besagten Buch zu tun? Wenn du etwas machst, dann musst du auch mit der Kritik leben. Ob diese nun gerechtigt ist oder nicht, muss man mit sich selbst aus machen und ist sie es nicht, darf man nicht sagen „Ach menno, dieser Mensch hat ja sooo unrecht.“ Man soll drüber stehen. Und nicht jammern. Und vorallen nicht hasserfüllte Emails schreiben, in der Hoffnung, dass sich irgendetwas dann ändert. Schreib doch einen Leserbrief, hinterlasse böswillige Kommentare auf meinem Weblog (die ich erst freischalten muss. Ach, wie witzig das Leben ist.).

Vor ein paar Tagen überkam mich die Idee, einen neuen Weltrekord aufzustellen. Das sage ich so schonungslos und frei von Sinnen, dass man glauben könnte ich hätte einen an der Klatsche. Aber es ist so. Und sollte ich diesen Artikel wirklich so übernehmen und online stellen, dann würde da gerne eine Frage an meine Leser anhängen. Was glaubt ihr, welche Art von Weltrekord(versuch) zu diesem Blog passen würde? Ich halte es dabei wie die Zeitschrift Stern in Facebook, die jede Statusmeldung (ach, ein gutes, altes Wort), mit einer Frage beenden, damit die Leser am Ball bleiben, sich Gedanken machen und der Stern damit in den Köpfen der Menschen geistern kann. Aber zur Sache, Schätzchen. Welche Art von Welrekord wurde zu diesem Blog passen? Jedes Kommentar wird übrigens schonungslos zurückkommentiert.

Ach, noch was zum Schluss: Als die assozialen Nachbarn um fünf Ruhe gegeben haben, konnten sie nicht lange schlafen. Um sieben Uhr habe ich das Radio mit den Lautsprechern an die Decke gerichten und laut aufdreht. Seitdem sind sie ruhig und tragen sogar den Müll raus. Ich kann schon fast stolz auf sie sein.

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